Merkel, SPD

Angela Merkel nach der NRW-Wahl Die Unkaputtbare

Ihre Gegner hatten die Kanzlerin schon abgeschrieben, nun ist sie wieder auf der Gewinnerstraße. Dafür gibt es einen einfachen Grund.

Quelle: Getty Images

 Die Bundestagswahl wird nach Lage der Dinge öde, ihr Ausgang ist erwartbar. Rechtzeitig zum Endspurt ist die SPD da, wo Angela Merkel sie am liebsten sieht: am Boden. Sie selbst ist dagegen obenauf, mit drei CDU-Siegen in Folge und guten Umfragewerten.

Merkel kann sich berechtigte Hoffnungen darauf machen, Kanzlerin zu bleiben, entweder wieder zusammen mit den treuen Knappen von der SPD oder gemeinsam mit einer Windmaschine namens FDP.

Der Erfolg in Nordrhein-Westfalen ist ein Geschenk für sie. Merkel hat es wieder allen gezeigt. All den Nörglern und Zweiflern, all den nervösen Jungspunden aus den eigenen Reihen, die die Union nach dem Flüchtlingschaos und den Wahlniederlagen im vergangenen Jahr bereits im Niedergang wähnten. Auch sie dürften nach dem CDU-Triumph in Nordrhein-Westfalen verstanden haben: Diese Merkel ist unkaputtbar.

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Merkels große Stärke ist ihre Beständigkeit. Sie lässt sich von Umfragezahlen nicht verrückt machen, sondern zieht einfach ihr Ding durch. Regieren, das ist ihre liebste Form von Wahlkampf. Als Krisenmanagerin in einer krisenhaften Welt verströmt sie Helmut-Schmidt-Kompetenz: unaufgeregt, pragmatisch, omnipräsent.

Merkel hat keine großen eigenen Ideen oder Reformprojekte. Aber die braucht sie auch nicht. Es reicht vielen Wählern offenbar aus, wenn sie die Probleme auf Merkel-hafte Art verwaltet: die Eurokrise, die Flüchtlingszahlen, Wladimir Putin, Erdogan, Donald Trump. Sie bietet Lösungen an, die erst mal ein paar Monate halten - bis zur nächsten Krise. Sie nimmt jedem dramatischen Ereignis die Dramatik. Politische Attacken lässt sie ins Leere laufen, sie entzieht sich einfach dem Kampf. Das ist nicht aufregend, aber effizient.

Der Wirtschaft geht es gut, die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Zwischendurch wird an treue Wählergruppen das Geld der anderen verteilt: an die Hausfrauen im Süden, an die Rentner im Westen. Merkel setzt darauf, dass die Mehrheit der Deutschen damit zufrieden ist. Ihr inoffizielles Wahlkampfmotto ist so alt wie die CDU: Freiheit, Wohlstand, Sicherheit, keine Experimente. Amen.

Quelle: spiegel.de

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