Flüchtlinge, Protestierenden

Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik

Vor dem Landratsamt Ebersberg sind 36 Flüchtlinge in den trockenen Hungerstreik getreten. Das bestätigte Behördensprecherin Evelyn Schwaiger. Die Pakistani demonstrieren für Bleiberecht und Arbeitserlaubnis.

Flüchtlinge prostestieren vor dem Landratsamt Ebersberg. Seit Dienstag sind sie im Hungerstreik.

Schon am Montag starteten die Protestierenden gegenüber dem Landratsamt Ebersberg ein „Sit in“. In dem Gebäude befindet sich die Ausländerbehörde, an welche – stellvertretend für alle asylrechtsrelevanten Organe – folgende Forderungen gerichtet wurden: Bleiberecht, Stopp aller Abschiebungen, keine gesellschaftliche Diskriminierung (gleiche Rechte für alle) und Arbeitserlaubnis.

Der Ort, an dem Menschen geboren werden, entscheide über die Zukunft, meldet die Organisation „Refugee Struggle for Freedom“, die die Aktion offensichtlich organisiert hat und koordiniert. Das „rassistische System“ verwehre mehrheitlich jenen grundlegende Menschenrechte, welche per Zufall im „Globalen Süden“ geboren werden. Andere aus dem „Globalen Norden“ erhielten staatsbürgerliche Rechte, auch wenn sie nach Deutschland migrierten ohne dort geboren zu sein. „Als geflüchtete Person ist es sehr schwer grundlegende Menschenrechte in Deutschland zu erhalten, denn wir wurden hier nicht geboren – allein das ist unser Fehler“, heißt es von Seiten der Protestierenden.

Wie sich das Landratsamt Ebersberg verhalten wird, ist derzeit noch unklar. Man stehe mit der Polizei in Kontakt, so Behördensprecherin Evelyn Schwaiger. Der Platz, auf dem sich die Flüchtlinge aufhalten, ist im Eigentum des Landkreises. Es sei noch nicht entschieden, ob man ihn räumen lasse.

Die bundesweite Organisation „Refugee Struggle for Freedom“ (Flüchtlings-Kampf für Freiheit) hatte bereits im Herbst 2016 am Sendlinger Tor in München einen Hungerstreik als Protest organisiert. Auch in Karlsfeld (Landkreis Dachau) haben Asylbewerber im März 2016 mit einem Hungerstreik gegen die Lebensverhältnisse in der Notunterkunft protestiert.

Quelle: merkur.de

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