Deutschland, migranten, Flüchtlinge, Afghanin, afghanische

Afghanen werden seltener als Asylberechtigte anerkannt

Auch wenn sich die Sicherheitslage verschlechtert, sinkt die Anerkennungsquote für Flüchtlinge aus Afghanistan. Im ersten Halbjahr 2017 erhielten 44,1 Prozent Asyl.

afghanistan fluechtlinge anerkennung

Flüchtlinge aus Afghanistan demonstrieren gegen Abschiebungen. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Trotz der prekären Sicherheitslage in ihrem Land ist die Anerkennungsquote für Afghanen als Asylberechtigte oder Flüchtlinge gesunken. Wurden 2016 noch 55,8 Prozent anerkannt, waren es im ersten Halbjahr 2017 nur 44,1 Prozent. Das geht aus einer Statistik des Bundesamtes für Migration hervor, die der Rheinischen Post vorliegt. In den Jahren davor schwankte die Schutzquote von 47,9 (2013) über 46,7 (2014) bis 47,6 Prozent im Jahr 2015.

Abschiebungen nach Afghanistan stehen aufgrund der dortigen Sicherheitslage in der Kritik. Die Bundesregierung geht davon aus, dass es in dem Land am Hindukusch auch große Regionen gibt, in denen es sich sicher leben lässt. Einem aktuellen Bericht der UN zufolge leidet allerdings die Mehrheit der Afghanen unter Krieg und Extremismus. Zwischen Januar und Juni wurden nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan 1.662 Zivilisten getötet und 3.581 verletzt. Allein bei einem Bombenanschlag Ende Mai kamen 92 Zivilisten ums Leben.

Das Bundesamt für Migration musste in den vergangenen beiden Jahren über besonders viele Anträge von Afghanen entscheiden. Während die Zahl der Entscheidungen 2013 bis 2015 jeweils unter 10.000 Fällen lag, traf die Behörde im Jahr 2016 rund 68.000 Entscheidungen über Anträge von Afghanen. Im ersten Halbjahr 2017 waren es bereits fast 87.000 Entscheidungen.

Im April hatte die Bundesregierung mitgeteilt, dass knapp 255.000 Afghanen in Deutschland lebten. Bei mehr als der Hälfte davon liefen Asylverfahren. Ein Viertel der Afghanen hätten ein befristetes Aufenthaltsrecht. Gut 6 Prozent hätten ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. 13 Prozent seien ausreisepflichtig oder hätten einen anderen Status.

Quelle: zeit.de

Add comment

Jep News Media Solutions

Tel. + 49 / 33 / 25 91 - 15 97

Tel. + 49 / 15 / 78 206 3915

E-Mail: info@jepnews.de

О новой Joomla на JooMix.org